Gut gezielt: United-Star Mariska Beijer (2. von links) warf in Rahden acht ihrer zehn Punkte im wichtigen dritten Viertel. Foto: Lobback/Archiv

Rahden/Hannover. Der Blick auf die Tabelle macht Hannover-United-Fans auch nach dem 13. Spieltag Freude. Fünf Runden vor Abschluss der Hauptrunde belegt United weiter Platz 3 der 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga. Und das Gute: Die Chancen auf das Heimrecht im Playoff-Viertelfinale wachsen von Spieltag zu Spieltag. Nachdem United vor Weihnachten den direkten Vergleich gegen den Vorjahresdritten BG Baskets Hamburg für sich entschieden hat, steht das Team nun auch gegen den starken Aufsteiger Baskets 96 Rahden besser da. In einem hochklassigen Rückspiel gewann Hannover am Sonnabend in Rahden 71:65. United-Fans macht nicht nur der Blick auf die Tabelle Spaß, sondern auch die Spiele selbst. Jedenfalls den knapp zwei Dutzend Hannoveranerinnen und Hannoveranern, die die Mannschaft in den Norden Westfalens begleitet und stimmgewaltig angefeuert haben.

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Es war ein Spiel mit vielen Gefühlen: Gefühlt dauerte die Schlussphase der Partie 20 Minuten – die komplette zweite Halbzeit Spannung ohne Abbruch. Das lässt sich vielleicht am besten am Scoreboard beschreiben. United startete mit einem Drei-Punkte-Rückstand in die zweite Hälfte. Rahdens Top-Werfer Krzysztof Bandura erhöhte auf fünf Zähler. Und dann ging es minutenlang in diesem Takt: Minus fünf, minus drei, minus fünf, minus drei, minus fünf, minus drei – Rahden verpasste es, sich deutlicher abzusetzen, Hannover kam nicht weiter heran als bis auf drei Punkte – vorerst. Es schien: Wer jetzt den Fehler macht, hat schlecht Karten für den Rest der Begegnung. Und dieser Fehler unterlief wohl Nermin Hujic von den Baskets.

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Der Hüne war erst wenige Minuten auf dem Feld, als er nach einem Defensiv-Rebound United-Angreiferin Mariska Beijer unglücklich mit dem Ellenbogen im Gesicht traf. Dafür gab es bei Fünf-Punkte-Führung für Rahden ein Unsportliches und zwei Freiwürfe für Beijer. Die traf zwar nicht, doch Hannover blieb im Ballbesitz und kam durch Christoph Lübrecht wieder auf drei Punkte heran. Gefühlt war das die Wende des Spiels: Zwei Minuten später hatten Beijer und Joe Bestwick United erstmals im dritten Viertel auf einen Punkt (48:49) herangeworfen. Bis zum Ende des Abschnitts hatte Hannover das Spiel gedreht (53:52). „Als Mariska den Ellenbogen ins Gesicht bekommen hat, hat uns das in dieser Phase richtig angestachelt“, sagte Jan Haller. „Eine geile Reaktion vom Team.“ 

Und eine toughe Reaktion von Beijer. Die niederländische Welt- und Europameisterin hatte in der ersten Hälfte einen schwierigen Stand. Acht ihrer zehn Punkte warf die 28-Jährige dann innerhalb von dreieinhalb Minuten nach dem unglücklichen Foul von Hujic. „Sie hat danach nicht zurückgesteckt, sondern gezeigt, dass sie eine richtig gute Spielerin ist“, sagte Haller. Der Nationalmannschaftskapitän im Trikot von United lobte auch die Abwehrleistung seiner Mannschaft. „Eine derart offensivstarke Mannschaft wie Rahden auf 65 Punkten zu halten zeigt, wie stark wir verteidigt haben. Wir haben uns 40 Minuten lang geduldig an unseren Spielplan gehalten und sind dafür belohnt worden.“ Nächsten Sonnabend (18 Uhr) ist mit den Doneck Dolphins Trier der nächste direkte Playoff-Konkurrent zu Gast in der United Arena. Das Hinspiel gewann United in Trier mit 32 Punkten Differenz (94:62).

Baskets 96 Rahden: Krzysztof Bandura (21 Punkte), Mustafa Korkmaz (14), Bo Kramer (12), Nermin Hujic (6), Jake Robinson, Quinten Zantinge (je 4), Krzysztof Kozaryna, Stafford Kallum (je 2), Joost Morsinkhof, Victor Meza.
Hannover United: Joe Bestwick (25 Punkte), Jan Sadler (18), Christoph Lübrecht (16), Mariska Beijer (10), Jan Haller (2), Vanessa Erskine, Oliver Jantz, Tobias Hell, Alexander Budde.

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