In einer packenden und intensiv geführten Partie setzten sich die Rollstuhlbasketballer von Hannover United am Ende mit 54:43 gegen die Rhine River Rhinos durch.
Nach einem zähen Beginn und insgesamt 14 Führungswechseln übernahm Hannover nach dem Seitenwechsel schrittweise das Kommando und belohnte sich mit zwei wichtigen Zählern.
Die Gastgeber aus Wiesbaden (3. Platz der letzten Saison) erwischten den besseren Start in die Begegnung. Vor allem der Japaner Kei Akita war in der Anfangsphase nicht zu stoppen und führte sein Team mit sieben Zählern – darunter ein Treffer jenseits der Dreierlinie – zur 11:8-Führung nach dem ersten Viertel. Hannover tat sich im Spielaufbau zunächst noch schwer, hielt aber durch eine geschlossene Mannschaftsleistung dagegen. Auch im zweiten Spielabschnitt blieb die Partie ein echter Abnutzungskampf. Beide Teams schenkten sich nichts, die Führung wechselte fast im Minutentakt. Während bei den Rhinos Neuzugang Lachlin Dalton nachlegte, verteilte United die Last im Angriff auf mehrere Schultern: Oliver Jantz, Jan Sadler, Jakob Krömer und Amit Vigoda sorgten dafür, dass Hannover beim Stand von 18:19 zur Halbzeit auf Schlagdistanz blieb.
Der entscheidende Wende- und Knackpunkt folgte nach der Pause. Hannover stellte sich in der Kabine hervorragend auf den Gegner ein und übernahm nun mit einer großen Portion Willen und Biss spürbar die Kontrolle. Allen voran Nationalspieler Jakob Krömer drückte dem dritten Viertel seinen Stempel auf und erzielte acht seiner insgesamt 18 Punkte in dieser Phase. Zudem nutzte United die Foulprobleme der Hessen konsequent aus, blieb an der Freiwurflinie nervenstark und erarbeitete sich mit einem starken 19:13-Lauf die verdiente Führung.
Im letzten Spielabschnitt ließ die Mannschaft nichts mehr anbrennen. Mit kühlem Kopf und hungrig auf den ersten Sieg verteidigte Hannover den Vorsprung und baute ihn zeitweise auf bis zu 13 Punkte aus. Oliver Jantz setzte in der Schlussphase mit sechs wichtigen Zählern die entscheidenden Nadelstiche. Zwar versuchten die Rhinos noch einmal verzweifelt zu verkürzen, doch United brachte den 54:43-Erfolg mit einer starken Defense in den letzten Minuten souverän über die Zeit.
Das Spiel hat gezeigt, dass in dem neu formierten Team von Hannover United jede Menge Potenzial steckt, auch wenn noch Abstimmungsbedarf besteht. Topscorer Jakob Krömer blickte nach der Partie optimistisch nach vorne: „Wir brauchen im neuen Team auf jeden Fall noch Zeit, um uns besser einzuspielen. Besonders im Spiel gegen Wiesbaden hat man aber gesehen, dass wir großes Potenzial haben, und das macht Lust auf die Saison.“
Auch Headcoach Martin Kluck zog ein positives Fazit, verwies aber zeitgleich auf den Lernprozess seiner Mannschaft: „Wir haben unser Spiel über die 40 Minuten weiterentwickelt und angepasst und können den Sieg verdient mit nach Hause nehmen. Wir können für die nächsten Wochen viel lernen aus diesem Spiel. Die erste Halbzeit war nicht schön, aber defensiv hat mir der Einsatz über 40 Minuten sehr gut gefallen. Das war wichtig heute und hilft unserem Selbstvertrauen.“
Krömer 18 Pkt., Vigoda 12 Pkt., Jantz 10 Pkt., Sadler 9 Pkt. McHugh 4 Pkt., Klein 1 Pkt.
Am 31. Oktober geht es für die Füchse weiter beim Spitzenreiter RSB Thuringia Bulls.
Anschließend gibt es endlich ein Wiedersehen in Hannover. Das erste Heimspiel ist am 7. November gegen die Köln 99ers