"Das Final Four ist unser Ziel" – United-Nationalspieler Jan Sadler im Interview

Geschrieben von Philipp Schaper
Foto: Lobback
Heiß auf Pokal: Jan Sadler will mit Hannover United am Sonnabend zum dritten Mal ins Final Four einziehen.

Rollstuhlbasketball-Nationalspieler Jan Sadler (25) spielt seit der Saison 2012/2013 bei Hannover United. In seinem ersten Jahr erreichte er mit dem Klub als Aufsteiger das Final Four, das United ausrichtete. Letzten April stand Hannover erneut im Halbfinale. Dort gelang die Überraschung gegen die Doneck Dolphins Trier. Am Sonnabend (14 Uhr) ist Trier Gegner im Viertelfinale. Das Spiel steigt in der Sporthalle Birkenstraße.

 

Am Sonnabend gehts gegen Trier um den Einzug ins Pokal-Final-Turnier. Sie haben das zweimal mit Hannover United geschafft. Wie schmeckt Final Four?
Das schmeckt nach Bock auf Basketball. Wir sind beide Male, 2013 und 2018, als Underdog aufgetreten. Dabei sein zu dürfen, war das schönste Gefühl. 2013 haben wir das Turnier ausgerichtet und viel Zuspruch bekommen. Als Aufsteiger dabei zu sein, war etwas ganz Besonderes. United war das erste Mal auf dem Schirm der Großen. Und letzte Saison haben wir noch einen drauf gesetzt. 

… indem United ins Finale eingezogen ist – mit einem Sieg gegen die Doneck Dolphins. Eine kleine Sensation.
Das war ein geiler Abschluss für die Saison, eine Belohnung für den Klassenerhalt. In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel offensiv gestaltet mit verrückten Würfen. Nach der Pause haben wir eine solide Defensive gespielt und gezeigt, dass wir auch stark verteidigen können. Wir haben einfach entfesselt gespielt. 

Ist Hannover United im Viertelfinale am Sonnabend wieder Außenseiter?
Das sehe ich eher nicht so. Trier ist in der Liga besser und hat uns geschlagen. Dirk Passiwan ist aktuell in einer überragenden Form. Aber wir sind mit unseren Qualitäten nicht weit weg von Trier. Und als Vize-Pokalsieger haben wir den Wunsch, das nochmal zu wiederholen.

Wie kann United Trier und vor allem Topscorer Passiwan knacken?
Aktuell kann man Dirk Passiwan nur sehr schwer unter 30 Punkten halten. Und wir haben in den letzten Spielen gesehen, dass, wenn wir ihn unter Kontrolle hatten, andere eingesprungen sind und zu ihrem Spiel gefunden haben. Dirk schafft so viel Freiraum, dass die Mitspieler gute Würfe bekommen. Deswegen ist Trier aktuell zurecht auf Platz vier.

Ist Trier eher groß und stark oder klein und flink?
Klein, flink und treffsicher. Hannover United wird viel Schnelligkeit auf dem Feld brauchen. Wir sind aber in der komfortablen Situation, dass hinter unserem Topscorer Joe Bestwick viele Spieler ausgeglichen und konstant punkten. Darum sind sich die Mannschaften so ähnlich. Unser Vorteil: Wir haben in dieser Saison verschiedene Aufstellungen, die super funktionieren. Daher werden wir stärker von der Bank kommen. Außerdem wird Trier Sonnabend früh oder am Freitag anreisen müssen. Das sind Punkte, die für uns sprechen.

Das Spiel wird nicht in der United-Arena ausgetragen, sondern in der Sporthalle Birkenstraße in der Südstadt. Vor- oder Nachteil?
Zu Hause sind wir stark, egal in welcher Halle. Wir haben Stöcken lieb gewonnen. Aber mal in einem anderen Wohnzimmer und dennoch zu Hause zu spielen, ist schon cool. Und dann ist es noch das Wohnzimmer der TKH Ladys, mit denen wir gut befreundet sind. Wir haben dort enge Spiele gesehen. Das wird eine gute Atmosphäre. Und vielleicht finden einige Südstädter Gefallen an Rollstuhlbasketball.

Wie hat sich United seit 2012 entwickelt?
Wir sind viel professioneller geworden – vor allem im Umfeld. Wir haben Strukturen geschaffen, um für Hannover auf Strecke erstklassigen Rollstuhlbasketball anzubieten. Was das Team auszeichnet ist der Umstand, dass wir mit jungen Spielern gespielt haben. Mit Vanessa und Joe im letzten sowie Jan und Jack in diesem Jahr haben wir viel Erfahrung dazu bekommen. Wir haben in der 1. Bundesliga – abgesehen von den ersten beiden Plätzen – alle Chancen. Und im Pokal das Final Four als Ziel.

Wie ist die Wahrnehmung von erstklassigem Rollstuhlbasketball in Hannover?
Wir sind sehr gut aufgestellt. Die Zuschauerzahlen sind konstanter und nicht nur zu Top-Spielen hoch. Es hilft natürlich, dass wir eine sehr gute Saison spielen auch mit knappen Niederlagen gegen Top-Teams. Wir werden auch in der Stadt häufiger erkannt, das ist schon cool. Und die Fans stehen immer hinter uns. Wir freuen uns riesig, zuhause zu spielen. 

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