Der letzte Versuch: Der Wurf von Mariska Beijer (vorn rechts, Nummer 13) in den Schlusssekunden landet am Ring. Hannover United verliert bei den BG Baskets nach Verlängerung mit zwei Punkten.

Hamburg. Dieses Finale furioso war nichts für schwache Nerven: Dritter Spieltag in der 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL1). 2,7 Sekunden stehen in der Verlängerung der Partie von Hannover United (Vorjahresfünfter) bei den BG Baskets Hamburg (Vorjahresdritte) noch auf der Uhr. United-Angreiferin Mariska Beijer hat gerade beim Stand von 76:78 einen Schuss an den Ring gesetzt. Der Ball geht ins Aus, ein Hamburger ist noch dran. Einwurf Hannover - die letzte Chance. Timeout United.

Hannover hat nun 60 Sekunden Zeit, um einen zweieinhalb-Sekunden-Plan zu besprechen. Spielertrainer Martin Kluck malt die Abläufe seiner Idee auf sein Taktikbrett. Jetzt kommt es auf den perfekten Pass an, und den perfekten Schuss. Die Auszeit läuft ab. Das Team formiert sich auf dem Feld. United-Kapitän Jan Sadler nimmt den Ball an der Seite zum Einwurf, Beijer und Center Christoph Lübrecht fahren von der Mittellinie mit Tempo in die Angriffszone ein. Der Ball kommt perfekt, Lübrecht blockt, Beijer schießt - der Ring zittert. Daneben. Sirene. Aus. Hamburg jubelt und Hannover trauert vergebenen Chancen auf den ersten Saisonerfolg nach. „Wir haben heute zweimal den Sieg aus der Hand gegeben“, sagt Coach Kluck.

In der Verlängerung sieht es noch ganz gut aus, als das Team mit einer 6:0-Serie davon zieht. Und in der regulären Spielzeit führt United viereinhalb Minuten vor Ende des dritten Viertels sogar mit zwölf Punkten. Hamburg hat in dieser Phase nicht so viel Wurfglück. United könnte den Vorsprung bis zum Ende des Abschnitts zumindest halten. Doch das klappt nicht. Die Führung schmilzt auf sieben Zähler. Und nach zwei Minuten im Abschlussviertel wirft BG-Topscorer Reo Fujimoto den Ausgleich. Nun ist Hamburg im Vorteil und das Drama hat seinen ersten Akt. Den späten Rückstand (66:68) gleicht United-Topscorer Joe Bestwick 19 Sekunden vor Schluss aus. Letzter Angriff Hamburg, Fujimoto vergibt von der Seite, Verlängerung. Wie diese endet, ist bekannt.

Nach der Schlusssirene: Die Enttäuschung ist groß bei United. „Hamburg musste lange Zeit unterpunktig und mit mit dünner Rotation spielen. Wir waren nicht dazu in der Lage, daraus Profit zu schlagen und haben den Sieg einfach nicht verdient“, sagt Kluck. „Wir haben den Anspruch, vor Hamburg zu stehen und müssen jetzt lernen, mit diesem Druck umzugehen.“ Am Sonnabend ist Aufsteiger Baskets 96 Rahden zu Gast in der United-Arena (18 Uhr). Kluck: „Das wird schwieriger als die Begegnung gegen Hamburg.“

BG Baskets Hamburg: Reo Fujimoto (30 Punkte), Mareike Miller (18), Martin Steinhardt (12), Alireza Ahmadi (10), Marcin Balcerowski (8), Saman Balaghi, Anne Patzwald.
Hannover United: Joe Bestwick (38 Punkte), Mariska Beijer (18), Jan Sadler (10), Christoph Lübrecht (6), Jan Haller, Oliver Jantz (je 2), Vanessa Erskine, Tobias Hell.

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