Die "Jungen Wilden" auf Tour in Dubai: Luc Weilandt (von links), U22-Kapitän Alexander Budde, Tobias Hell und Oliver Jantz vor einem Emaar-Hotel.

Hannover. Am Wochenende ruht der Ball bei den United-Talenten Alexander Budde und Oliver Jantz. Wäsche waschen, ein bisschen lernen und ganz viel schlafen stehen auf dem Plan. Und da gibt es in jeder Kategorie Nachholbedarf für Jungs von Rollstuhlbasketball-Bundesligist Hannover United. Die letzten beiden Wochen standen im Zeichen von Team Germany. Über Ostern schwitzten sie beim Sichtungslehrgang des A-Bundeskaders für die EM im August in Polen. Kaum zu Hause flogen sie mit dem U22-Nationalteam zu den 11. Fazza International Wheelchair Basketball Championship – einem renommierten Herrenturnier – nach Dubai. Dort holten die Junioren, bei denen United-Kapitän Eike Gößling aushilfsweise als Teammanager agierte, hinter Thailand und Gewinner Südkorea Platz drei.
Seit Mittwochabend ist das Hannover-Trio zurück in der Stadt. Donnerstag haben sie schon wieder in der Schule (Budde), am Ausbildungsplatz (Jantz) und der Uni (Gößling) gelernt. Am Freitagnachmittag sitzen Budde und Jantz müde, aber gut gelaunt in der WG-Küche des Lotto-Sportinternats beim LandesSportBund Niedersachsen und lassen das Turnier Revue passieren. "Gegen Kuwait und Saudi-Arabien haben wir uns anfangs schwer getan", sagt Budde. "Zu schwer." Doch jugendliche Leichtigkeit und die gute Ausbildung haben sich durchgesetzt. "Egal, ob die Jungs gespielt haben oder auf der Bank saßen – alle haben top mitgezogen", sagt Jantz, der Älteste im Kader, der schon 2015 den Turniersieg aus Dubai mitbrachte. Für ihn war das Spiel um Platz drei aus Altersgründen wohl der letzte Auftritt im U22-Dress. "Es war eine große Herausforderung für mich, das Team zu führen", sagt Jantz. Von zwölf Spielern hatte neben dem United-Duo lediglich Bastian Kolb von den Iguanas München Erstliga-Erfahrung. Sieben Talente feierten internationale Premieren. "Wir mussten als Erfahrene schon sehr präsent sein", sagt Budde.
Auch für Gößling war das Turnier ein internationaler Erstling. Der Kapitän von Hannover United vertrat kurzfristig den etatmäßigen Teammanager Günther Mayer vom RSV Lahn-Dill, der an diesem Wochenende als Co-Trainer mit seinem Klub beim Champions-League-Finalfour im polnischen Walbrzych nach Europas Krone greift. "Es ist schon eine coole Sache, einmal international mit dabei zu sein. Sportlich hätte ich das ja nie erreicht", sagt Gößling. Weil Spieler ohne anerkannte Einschränkung in der Nationalmannschaft nicht spielberechtigt sind.
Für U22-Mannschaftskapitän Budde war das Turnier ein gutes Zeichen für die anstehende Junioren-EM 2020. Dort geht es neben Medaillen um die Qualifikation für die U23-WM. "Die Mannschaft hat sehr guten Charakter gezeigt, als wir an unsere Grenzen geführt worden sind", sagt Budde, der jüngst zu Niedersachsens Behindertensportler des Jahres gewählt wurde. "Der Erfolg hat gezeigt, dass wir – wenn wir weiter hart arbeiten – perspektivisch auf einem sehr guten Weg sind."

Die Ergebnisse: Australien 52:38 (Spiel um Platz 3), Thailand 38:61 (Halbfinale), Südkorea 27:74, Saudi-Arabien 57:45, Kuwait 55:50 (Vorrunde).
Die "Jungen Wilden": Bo Bruckmann (1.5, RBC Köln 99ers), Alexander Budde (3.5, Hannover United), Tobias Hell (1.0, Red Rollers Cottbus), Oliver Jantz (2.0, Hannover United), Alexander Keiser (2.0, RBC Köln 99ers), Bastian Kolb (2.5, RBB Iguanas München), Julian Lammering (4.0, UBC Münster), Thilo Prünte (1.0, RBG Dortmund 51), Urs Rechtsteiner (2.0, RBB Iguanas München), Sören Seebold (1.0, RBG Dortmund 51), Joshua Distler (2.5, RSKV Tübingen), Luc Weilandt (1.0, BG Baskets Hamburg).

Fotos: Hannover United, privat

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